Montag, 8. Februar 2010

Warum 10% kein stabiler Rücklauf sind

"58% aller Bundestagsabgeordneten haben positive Homöopathie-Erfahrungen"

Das liest sich als Überschrift erst mal beeindruckend - bis man dann hinter die Kulissen blickt und feststellt, dass sich gerade mal 61 von 622 Abgeordneten an der Befragung beteiligt haben. Ein mehr als offensichtlicher Mangel, den der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) in seiner Pressemitteilung leider unterschlägt. Einen schönen Kommentar zu den Zahlenspielchen gibt es bei meinem ScienceBlogs-Kollegen Marcus Anhäuser.

Das treffende Fazit:

Die ganze Meldung ist eine Luftnummer.

Ein leider mehr als alltägliches Beispiel dafür, wie mit Prozentwerten (oder dem Verwischen des Repräsentativbegriffs, der inflationären Verwendung des Signifikanzbegriffs etc. pp.) unsaubere Statistiken generiert werden. In der Praxis begegne ich solchem Tricksereien inzwischen immer häufiger und ärgere mich darüber, wie überaus sorglos hier mit dem Klischee des "zahlenverdrehenden Statisikers" gespielt und dabei die saubere Arbeit vieler Kollegen untergraben wird.

So gesehen kann man auf solchen Unfug gar nicht oft genug hinweisen.

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