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Freitag, 20. Februar 2009

NSDstat-Kurs: Erstellung von Kreuztabellen

Nach viel zu langer Pause kommen ich heute endlich dazu, mal wieder einen Teil (den mittlerweile fünften) des Blog-Tutorials zur Analysesoftware NSDstat Pro einzustellen. In diesem Teil soll nun nach den Blicken auf die Erstellung von Box-Plot und Histogramm auf die Erstellung einfacher Kreuztabellen eingegangen werden.

Als Beispieldatensatz dient wie in allen Tutorials bisher auch die Jugendlichen-Befragung zum Thema Politik, die sich auf der NSDStat-Installations-CD befindet. Für das Beispiel verwende ich die Variable v8 – das politische Interesse der Jugendlichen in Kombination mit der Variablen v2 – dem Geschlecht. Im ersten Schritt werfen wir einen Blick auf die beiden Variablen in der Variablenauswahl.


Von diesem Bildschirm aus gelangt man mit einem Klick auf das dritte Icon von oben in den bivariaten Analysemodus. Hier sind nun beide Variablen zu selektieren, wobei die Variable v2 als vertikale, die Variable v8 als horizontale Variable selektiert wird. Mit dieser Auswahl wird festgelegt, welche der Variablen in der Kreuztabelle die Daten für die Spalten und welche die Daten für die Zeilen liefert. Darüber hinaus hat die Reihenfolge natürlich keinen Einfluss auf die Ergebnisse von Tests und anderen bivariaten Verfahren.


Da „Kreuztabellen“ im oberen Reiter breits selektiert wurde, genügt nun ein Klick auf den OK-Button, um die gewünschte Kreuztabelle zu erstellen.


Wie man sieht, besteht die Kreuztabelle aus 4 x 2 Zahlenfeldern (Antworten x Geschlechter) vier Spalten- und zwei Zeilensummen sowie der Gesamtzahl der Fälle, die sich jeweils durch Addition aus den Spalten- und Zeilensummen errechen lässt. Die Tabelle zeigt im Wesentlichen die Verteilung einer Variable über die andere, d.h. sie ermöglicht die leichte Beantwortung einer Frage wie „Wie viele der befragten Jungen haben angegeben, sich stark für Politik zu interessieren?“ (573) oder „Sind in der Gruppe derjenigen Jugendlichen, die sich gar nicht für Politik interessieren, mehr Jungen oder mehr Mädchen?“ (mehr Jungen).

Ein Rechtsklick auf die Kreuztabelle öffnet das Optionsmenü, in dem man unter anderem von der standardmäßigen Darstellung der absoluten Häufigkeiten auf eine Darstellung mit relativen Häufigkeiten umschalten kann.


Darüber hinaus lässt sich mit einem Klick auf das Grafik-Symbol ein sogenanntes „bedingtes Balkendiagramm“ erstellen.


Zu guter letzt wollen wir uns noch kurz ansehen, was für eine Kreuztabelle NSDStat liefert, wenn in der Variablenauswahl die Variable v8 als vertikale und die Variable v2 als horizontale Variable selektiert wird.


Wie man sieht, vertauschen sich lediglich Zeilen und Spalten, während die Werte und auch die Summen gleich bleiben (wobei in der neuen Kreuztabelle natürlich Zeilen- und Spaltensummen ebenfalls vertauscht sind). Möchte man beispielsweise für einen Bericht eine Kreuztabelle aus zwei Variablen mit einer deutlich unterschiedlichen Zahl an möglichen (diskreten) Antwortoptionen erstellen, lohnt es sich also darüber nachzudenken, ob man lieber eine breite oder eine lange Tabelle einbinden möchte...

In den nächsten Teilen dieses Tutorials möchte ich die bivariaten Statistiken weiter vertiefen und mich vielleicht mit der Durchführung von Chi²-Tests beschäftigen – soweit es nicht alternative Wünsche geben sollte...

Montag, 4. Februar 2008

NSDstat-Kurs: Interpretation eines Histogramms

Im vierten Teil des Blog-Tutorials zur Analysesoftware NSDstat Pro soll nun nach dem Box-Plot auch noch auf die Interpretation des Histogramms eingegangen werden, das ja von NSDstat stets gemeinsam mit dem Box-Plot ausgegeben wird. Als Beispieldatensatz dient wieder einmal die bekannte Jugendlichen-Befragung zum Thema Politik, als Beispielvariable erneut die Variable v8 – Politisches Interesse. Die ersten zwei Schritte – Auswahl der Variablen und Erstellung der univariaten Analyseübersicht – sind somit identisch mit den ersten beiden Schritten der letzten Tutorial-Kapitel.

Wer die Erinnerung an die genaue Vorgehensweise noch einmal etwas auffrischen will, kann dies übrigens
hier tun. Wie immer lassen sich übrigens auch in diesem Tutorial-Posting die Grafiken mit einem Mausklick vergrößert darstellen.

Ein Klick auf das Grafik-Icon (das dritte Icon von oben) öffnet in der univariaten Statistik die grafische Übersicht, die bei NSDstat stets aus dem Histogramm mit der eingeblendeten Normalverteilungskurve sowie dem darunterliegenden Box-Plot besteht, dessen Interpretation ja bereits im letzten Teil dieses Tutorials ausführlich beleuchtet wurde.

Ein solches Histogramm stellt die Häufigkeitsverteilung der Werte einer intervallskalierten Variablen dar (diese Voraussetzung sollte erfüllt sein – ist sie es nicht, lässt sich das Histogramm nicht sinnvoll interpretieren). Histogramme eignen sich primär für die Darstellung von stetigen Merkmalen mit einer größeren Anzahl an Ausprägungen. Bei der Konstruktion der Grafik wird von den nach der Größe geordneten Daten ausgegangen, die in eine bestimmte Anzahl von Klassen aufgeteilt werden. Über jeder dieser Klassen wird ein Rechteck konstruiert, dessen Flächeninhalt sich proportional zur absoluten bzw. relativen Häufigkeit der jeweiligen Klasse verhält.

Diese Klassen müssen nicht zwangsweise die gleiche Breite besitzen – es ist aber durchaus von Vorteil wenn es so ist, da nur dann der grafische Vergleich mit der Normalverteilung möglich wird. Aus diesem Grund werden Histogramme in den meisten Statistikprogrammen per Default stets mit gleichbreiten Klassen erzeugt – so beispielsweise in SPSS, wie die untenstehende Grafik verdeutlicht. Auch in NSDStat haben alle Histogramme automatisch gleichbreite Klassen, eine Voreinstellung, die auch durch den User nicht aufgehoben werden kann.

Aber welcher Vorteil ergibt sich durch das Einblenden der besagten Kurve? Nun, viele statistische Verfahren in der Marktforschung setzen voraus, dass bestimmte Variablen in der Grundgesamtheit normalverteilt sind (so beispielsweise die Varianzanalyse). Der Marktforscher muss daher häufig prüfen, ob vom Vorliegen einer solchen Verteilung ausgegangen werden kann, wobei eine näherungsweise Übereinstimmung häufig für die Fortsetzung der Analyse ausreichend ist – eine perfekte Übereinstimmung ist bei Daten aus einer Stichprobe ja ohnehin nicht zu erwarten.

Diese Prüfung auf Normalverteilung kann unter anderem anhand eines Histogramms mit eingeblendeter Normalverteilungskurve erfolgen, wobei aus mathematischer Sicht bessere Optionen existieren (mehr dazu weiter unten). Da die Balken des Histogramms die komplette Breite der Wertebereiche widerspiegeln und zudem für leere Wertebereiche ein Freiraum ausgegeben wird, kommt im Histogramm die gesamte empirische Verteilung der Variablen zum Ausdruck. Dies ermöglicht den direkten Vergleich mit einer eingezeichneten theoretischen Verteilung wie beispielsweise der Normalverteilung.

Je schwächer der Balkenverlauf dem Verlauf der eingeblendeten Normalverteilungskurve folgt, desto eher ist davon auszugehen, dass keine Normalverteilung vorliegt. Nachfolgend dazu noch ein Beispiel mit einer anderen Variablen – v9, in der das Vertrauen, welches die Jugendlichen ganz allgemein in Politiker setzen, auf der bereits von v8 bekannten Skala erfasst wurde.

Auch hier ist – analog zur bisherigen Beispielvariable v8 – zu erkennen, dass die eingeblendete Normalverteilungskurve mit dem Balkenverlauf sehr gut zusammenpasst.

Bei der Interpretation solcher Ergebnisse ist aber stets zu beachten, dass es sich lediglich um eine Prüfung und keinen statistischen Test handelt. Dies bedeutet, dass in die Grafik ausschließlich die vorliegenden Werte aus der Stichprobe einfließen, die ja nicht zwangsweise die Verteilungsverhältnisse in der Grundgesamtheit optimal abbilden, sondern aufgrund von Zufallseffekten auch stark abweichende Verhältnisse aufweisen können. Einen Test auf Vorliegen einer Normalverteilung kann nur anhand eines „echten“ statistischen Tests wie des Kolmogorov-Smirnov-Anpassungstests erfolgen, nicht aber anhand einer grafischen Prüfung – es sei denn, es liegen die Daten einer Vollerhebung vor.

Handelt es sich jedoch um Daten aus einer Stichprobe, was in der Praxis ja meist der Fall sein wird, so stellen die grafischen Prüfungen lediglich einen Indikator dafür da, inwiefern ein Test überhaupt sinnvoll erscheint – allerdings einen guten, weshalb man sie vor der Durchführung eines aufwändigen Testverfahrens unbedingt einmal ansehen sollte.

In den nächsten Teilen dieses Tutorials lösen wir uns von der univariaten Datenanalyse und wenden uns den bivariaten Statistiken zu, wobei es im nächsten Tutorial erst einmal um die Erstellung von einfachen Kreuztabellen sowie die Durchführung von Chi²-Tests gehen wird.

Donnerstag, 17. Januar 2008

NSDstat-Kurs: Interpretation eines Box-Plot

Im dritten Teil des Blog-Tutorials zur Analysesoftware NSDstat Pro soll gezeigt werden, wie sich mit NSDstat ein Box-Plot erstellen lässt und wie diese besondere Form der grafischen Darstellung interpretiert werden kann. Als Beispiel wird der bereits aus den ersten beiden Teilen bekannte NSDstat Demo-Datensatz zum politischen Interesse von Schülern verwendet.

Der erste Schritt besteht in der Erstellung der univariaten Basis-Statistik, die im zweiten Teil des Tutorials beschrieben wurde. Wer die Erinnerung noch einmal etwas auffrischen will, kann den entsprechenden Text hier nachlesen.

Wie am Screenshot zu erkennen ist, wurde auch hier wieder die Variable V8 selektiert, in der das politische Interesse der befragten Schüler auf einer Skala von 1 bis 4 erfasst wurde. Ein Klick auf das Grafik-Icon (das dritte Icon von oben) öffnet nun die grafische Übersicht, die in der Standardeinstellung aus einem Histogramm mit eingeblendeter Normalverteilungskurve sowie dem darunterliegenden Box-Plot besteht, der in NSDstat auch als Box-Whisker-Plot bezeichnet wird.

Um diesen Box-Plot korrekt interpretieren zu können, muss man sich den Aufbau der Grafik vor Augen führen: Die Box als zentrales Element verläuft vom oberen (75%) Quartil zum unteren (25%) Quartil, das mittlere (50%) Quartil, welches auch als Median bekannt ist, ist als Linie in der Box eingezeichnet. Der Median liegt keineswegs immer in der Mitte der Box - auch wenn es in diesem Beispiel-Fall so ist. Seine Lage hängt vielmehr von der Form der Verteilung ab, die somit ebenfalls direkt aus dem Box-Plot abgelesen werden kann (Stichwort: Links- und Rechtssteilheit bzw. Symmetrie). Da die Box zwischen dem oberen und dem unteren Quartil verläuft, entspricht ihre Länge auch genau dem Interquartilsabstand IQR, einem bekannten Streuungsmaß aus der explorativen Datenanalyse.

Außerhalb der Box wird ein Abstand von 1,5 IQR auf die obere und die untere Kante aufgetragen, so dass sich ein Feld mit einer Gesamtlänge von 4 IQR ergibt. Zwei Werte, die noch in diesem Bereich von 4 IQR liegen, bilden die Grenzpunkte für den oberen und den unteren "Zaun" des Box-Plots, die jeweils durch eine Linie mit der Box verbunden werden. Zu beachten ist, dass die Zäune nicht an der Grenze von +/- 1,5 IQR um die beiden Enden der Box liegen, sondern dort, wo sich der größte bzw. der kleinste Wert der Verteilung innerhalb dieser beiden Abstände befindet. Alle Werte die außerhalb der Zäune liegen, werden als Ausreißer gekennzeichnet, wobei angemerkt werden muss, dass keine allgemeingültige Definition dieses Begriffs existiert und die Identifikation der Ausreißer via Boxplot nur eine der möglichen Methoden darstellt.

Abschließend noch eine selbsterstellte Grafik aus dem MaFo-Wiki, in welcher der Aufbau des Box-Plot noch einmal übersichtshalber dargestellt wird:

In der nächsten Ausgabe dieses Tutorials werde ich mich der Interpretation der zweiten Grafik – des Histrogramms mit eingeblendeter Normalverteilungskurve – zuwenden und unter anderem erläutern, warum man sich diese Grafik vor der Durchführung eines Kolmogorov-Smirnov-Anpassungstests unbedingt ansehen sollte.

Montag, 31. Dezember 2007

NSDstat-Kurs: Erstellung univariater Statistiken

Im zweiten Teil des Blog-Tutorials zur Analysesoftware NSDstat Pro soll wie angekündigt gezeigt werden, wie man zu univariaten Statistiken gelangt, und zwar einschließlich der Lage- und Streuungsmaße sowie der Konfidenzintervalle. Als Beispiel wird erneut der NSDstat Demo-Datensatz zum politischen Interesse von Schülern verwendet.

Im ersten Schritt ist – wie schon im ersten Teil dieses Tutorials demonstriert – in der Variablenliste diejenige Variable zu wählen, die nachfolgend näher untersucht werden soll, in unserem Fall die v8 – Politisches Interesse.

Durch einen Klick auf „Univariate Statistiken“ (das zweite Symbol aus der obersten Symbolleiste) gelangt man in die Auswahl der univariaten Analyseoptionen, wobei wir uns für die zweite Option „Univariate Statistiken“ entscheiden, hinter der sich die Berechnung einer ganzen Reihe interessanter Kennwerte aus der Statistik I & II verbirgt. Mit einem weiteren Klick auf den nach Rechts zeigenden Pfeil übernehmen wir die selektierte Variable v8 in die Auswahlliste der zu analysierenden Variablen.

Ein Klick auf OK bringt uns in den Ergebnisbildschirm. Wie der Screenshot zeigt, hat NSDstat hier zunächst einmal sechs Werte ausgegeben: Das arithmetische Mittel (in dieser Übersicht einfach als „Mittelwert“ bezeichnet), die Summe aller Ergebniswerte (aufgrund der Fragestellung von v8 eher von untergeordnetem Interesse), den minimalen und den maximalen Wert (aus denen man ja auch leicht die Spannweite berechnen könnte, wenn dies erforderlich wäre – was hier ebenfalls aufgrund der Fragestellung von v8 nicht der Fall ist) sowie die Gesamtzahl der verarbeiteten Fälle (N) und die Standardabweichung.

Zu beachten ist, dass NSDStat in diesem Ausgabebildschirm erst einmal für jede Variable das arithmetische Mittel sowie die Standardabweichung ausgibt, auch wenn dies aufgrund des Skalenniveaus der Variablen mathematisch nicht angebracht ist. Wenn man sich über die „Volltext-Dokumentation“ in der Variablenauswahl die Originalfrage zur Variablen v8 noch einmal anzeigen lässt, stößt man dabei nämlich auf folgendes Konstrukt:

Würdest du sagen, du bist im allgemeinen an Politik sehr stark interessiert, stark interessiert, weniger interessiert oder garnicht interessiert?

1 [ ] Sehr stark
2 [ ] Stark
3 [ ] Wenig
4 [ ] Gar nicht
9 [ ] Weiß nicht

Es liegt also eindeutig ein ordinal skaliertes Merkmal vor, so dass die Berechnung des arithmetischen Mittels (ebenso wie die der Standardabweichung) im Grunde gar nicht zulässig war. Wer sich noch einmal vergegenwärtigen möchte, wie man zwischen den einzelnen Skalenniveaus unterscheidet, dem sei an dieser Stelle mein Online-Lernmodul zu den Lagemaßen bei lernmodule.net ans Herz gelegt. Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass der Anwender entscheiden muss, ob eine bestimmte Rechnung aufgrund des Skalenniveaus überhaupt durchgeführt werden kann oder nicht – NSDStat nimmt einem diese Entscheidung nicht ab und berechnet – überspitzt formuliert – auch aus einer Liste mit Telefonnummern erst einmal die „Durchschnittsnummer“ sowie die Standardabweichung. Aus diesem Grund sind Methodenkenntnisse des Anwenders auch dann gefragt, wenn die eigentlichen Berechnungen nur noch mit Software durchgeführt werden.

Aber zurück zur Beispielaufgabe: Ein Rechtsklick und die Selektion von „Optionen“ eröffnet ein weiteres Menü, in dem nun zusätzliche Einstellungen getätigt werden können. So lassen sich neben dem arithmetisches Mittel auch noch der Median und die Quartile einblenden, die übrigens in diesem Fall aufgrund des Skalenniveaus die bessere Wahl sind. Weiterhin möglich ist die Anzeige von Schiefe und Kurtosis sowie der Konfidenzintervalle zu 95% und 99%, womit ein Großteil der aus der Statistik I & II bekannten Kennzahlen abgedeckt wäre. Hinter dem zweiten Reiter in dieser Übersicht mit der Bezeichnung „Häufigkeitspolygon“ verbirgt sich übrigens die Möglichkeit zur Erstellung von Box-Plots und weiteren Grafiken, die im dritten Teil dieses Tutorials näher betrachtet werden sollen.

Wie man sieht, haben wir die ursprüngliche Liste mit Kennzahlen durch die Selektion der weiteren angebotenen Werte deutlich ausbauen können – ein gutes Beispiel dafür, wie schnell und einfach sich mit NSDStat eine Vielzahl statistischer Größen berechnen lässt. Mit den beiden Grafik-Buttons im seitlichen Menü gelangt man von dieser Kennzahlen-Übersicht anschließend zur Darstellung des sogenannten Häufigkeitspolygons sowie des Box-Plots, die, wie schon erwähnt, Gegenstand des dritten NSDStat-Tutorials werden sollen, welches voraussichtlich in etwa zwei Wochen in diesem Blog erscheinen wird.

Montag, 3. Dezember 2007

NSDstat-Kurs: Erstellung einer Häufigkeitsverteilung

Im ersten Teil dieses exklusiven Blog-Tutorials zur statistischen Analysesoftware NSDstat Prostatistische Lagemaße soll demonstriert werden, wie einfach sich eine univariate Häufigkeitsverteilung, eine einfache Verteilungsgrafik sowie einige grundlegende erstellen lassen. Als Beispiel wird einer der NSDstat Demo-Datensätze verwendet, in diesem Fall eine Befragung unter Schülern zum Themenbereich „Politik und politisches Interesse.“

Im ersten Schritt ist in der Variablenliste diejenige Variable zu wählen, die nachfolgend näher untersucht werden soll, also beispielsweise v8 – Politisches Interesse. Die originale Frage hinter dieser Variablen kann in der Variablenliste jederzeit durch einen Rechtsklick auf die Variable und die Auswahl der Option „Volltext-Dokumentation“ eingesehen werden.

(für eine vergrößerte Darstellung einfach auf die Screenshots klicken)

Durch einen Klick auf „Univariate Statistiken“ (das zweite Symbol in der obersten Symbolleiste) gelangt man in die Auswahl der univariaten Analyseoptionen, wobei wir uns für die erste Option „Häufigkeiten“ entscheiden – die Häufigkeitsverteilung. Mit einem weiteren Klick auf den nach Rechts zeigenden Pfeil übernehmen wir die bereits selektierte Variable v8 in die Auswahlliste der zu analysierenden Variablen. NDSstat ermöglicht die parallele Analyse von unbegrenzt vielen Variablen, wobei die Arbeit im Ergebnisbildschirm ab etwa 20 Variablen recht unübersichtlich werden kann.

Ein Klick auf OK bringt uns in den Ergebnisbildschirm. Wie der Screenshot zeigt, hat NSDstat hier eine Häufigkeitstabelle erstellt, die absolute Häufigkeiten, relative Häufigkeiten und relative gültige Häufigkeiten (relative Häufigkeiten in Bezug auf die tatsächlich eingegangenen Fälle, d.h. ohne fehlende Werte) zeigt, außerdem wird angegeben, wie viele Fälle in die Berechnung mit eingeflossen sind und wie viele fehlende Werte zu verzeichnen waren.

Ein Rechtsklick und die Selektion von „Optionen“ eröffnet ein weiteres Menü, in dem nun zusätzliche Einstellungen getätigt werden können. So lassen sich die drei gängigsten Lagemaße – arithmetisches Mittel, Median und Modus einblenden, außerdem kann eine Kumulierung der tabellierten Werte vorgenommen werden. Weitere Optionsmenüs eröffnen Möglichkeiten zum „Feintuning“ der NSDstat-Grafiken.

Eine der standardmäßig in der Ausgabe erzeugten Grafiken ist dieses seitlich gekippte Balkendiagramm. Wie man sieht, erzeugt NSDstat recht ansehnliche und vor allem übersichtliche Grafiken ohne 3D-Spielereien und ähnliche Ablenkungen. Wer aufwändigere Diagramme benötigt, kann die Tabellen mit den Ergebniswerten aus NSDstat in alle üblichen Textverarbeitungs- und Präsentationsprogramme exportieren, so dass die Analyseergebnisse dort zur Grafikerstellung verwendet werden können.

Soweit ein erster Einblick in eine der Grundfunktionen von NSDstat. Wie man sieht, ist die Bedienung der deutschsprachigen Benutzeroberfläche relativ einfach, so dass auch Einsteiger sich im Programm zurechtfinden können. Die Ausgabe der Analyseergebnisse sowie die Grafiken sind nicht spektakulär, sondern betont nüchtern-sachlich gehalten, womit sich das Programm angenehm von einigen der auf grafische Spielereien setzenden Konkurrenten abhebt. Häufigkeitsverteilungen lassen sich mit weniger als fünf Mausklicks erstellen, tabellarisch und grafisch ausgeben sowie um zusätzliche Elemente wie Lagemaße und eine Spalte der kumulierten Werte erweitern, womit der Grundinformationsbedarf abgedeckt sein sollte.

Im zweiten Teil dieses Tutorials – welches vermutlich in ein bis zwei Wochen in diesem Blog erscheinen wird – werde ich mich der Erstellung wichtiger univariater Statistiken widmen – einschließlich der Lage- und Streuungsmaße sowie der Konfidenzintervalle.

Dienstag, 20. November 2007

NSDstat-Kurs im Statistikberatungs-Weblog

Nachdem ich nun bereits vor etlichen Monaten auf die statistische Analysesoftware NSDstat Pro „umgestiegen“ bin, kann ich ein uneingeschränkt positives Fazit ziehen: NSDstat Pro beherrscht nicht nur alle wesentlichen Funktionen für die multivariate Datenanalyse (Erstellung von Grafiken, Berechnung von Lage-, Streu- und Verteilungsmaßen, Berechnung von Testverfahren und Korrelationskoeffizienten, Durchführung linearer Regressionsanalysen etc.), sondern lässt sich dank komplett eingedeutschter Oberfläche auch noch leicht bedienen und ist (vor allem im Vergleich zum Branchenführer SPSS) geradezu konkurrenzlos günstig: Die Software ist für den kommerziellen Einsatz für gerade einmal 150 EUR zu bekommen, Hochschulen und andere wissenschaftliche Einrichtungen zahlen 120 EUR, Studenten sogar nur 40 EUR für eine voll funktionsfähige Version.

Natürlich kann NSDstat nicht alles – es lassen sich beispielsweise keine Cluster- und Korrespondenzanalysen durchführen – die braucht man in der Praxis aber auch deutlich seltener und in der Basisversion von SPSS sind solche Verfahren ja ebenfalls nicht enthalten. Wie der Einsatz in der Statistikberatung beweist, lässt sich die Software im professionellen Bereich problemlos verwenden, abgesehen davon eignet sie sich aufgrund des Preises, der deutschsprachigen Menüführung und des Leistungsumfangs aber gerade auch für Studierende die sich in überfüllten SPSS-Übungsräumen nicht konzentrieren können, und davor zurückschrecken, die teure Software für die Heimarbeit zu kopieren, wovon man angesichts der möglichen Strafen wirklich nur abraten kann.

Gerade weil NSDstat in diesen Fällen eine gute Alternative darstellt ist es bedauerlich, dass die Software im akademischen und studentischen Umfeld bislang nur recht sporadisch eingesetzt wird – ich kenne kaum Studenten, die das Programm einsetzen, und im Lehrbereich arbeiten alle mir bekannten Kollegen momentan noch ausschließlich mit SPSS. Da ich aus vielen E-Mails und Gesprächen weiss, dass es hauptsächlich Studierende und Lehrende sind, die diesen Blog frequentieren, habe ich mich dazu entschlossen, stufenweise ein kleines NSDstat-Tutorial aufzubauen: Während es natürlich nach wie vor wöchentlich reguläre Blogposts geben wird, werde ich versuchen, regelmäßig einmal jede Woche oder zumindest alle zwei Wochen ein Tutorial-Post zum Umgang mit NSDstat zu erstellen. Diese Tutorial-Posts werden sich zunächst vermutlich hauptsächlich um die Ausführung einfacherer Aufgaben drehen, wie beispielsweise die Berechnung des arithmetischen Mittels, des Medians oder die Durchführung des T-Tests, eventuell werde ich später auch auf die Durchführung von Komplexverfahren eingehen, sollte ein entsprechendes Interesse vorhanden sein.

Von der GESISder Gesellschaft sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen – die das Softwarepaket im deutschsprachigen Raum vertreibt, habe ich freundlicherweise die Genehmigung erhalten, auch Screenshots für meine Tutorial-Posts einsetzen zu dürfen, so dass sich der Umgang mit NSDstat auch visuell zeigen lassen wird. Kritik, Anregungen oder spezielle Themenwünsche werden natürlich gerne entgegengenommen – das Tutorial richtet sich ja in erster Linie an alle neuen oder potenziellen NSDstat-User unter meinen Lesern und soll sich daher auf jeden Fall auch an deren Interessen orientieren. Wer also ein bestimmtes Verfahren erklärt sehen möchte, oder sich selbst mit einem Tutorial-Post in den Aufbau der Artikelreihe einbringen will, ist herzlich dazu eingeladen, sich mit mir in Verbindung zu setzen.